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João Afonso: Todo Tempo (Review)
| Artist: | João Afonso |
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| Album: | Todo Tempo |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Singer/Songwriter, Weltmusik, Folk |
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| Label: | Lusitanian | |
| Spieldauer: | 46:30 | |
| Erschienen: | 17.04.2026 | |
| Website: | [Link] |
JOÃO AFONSO ist ein portugiesischer Singer/Songwriter, der musikalisch deutlich den Traditionen seines Landes folgt und textlich sehr emotionale Themen aufgreift, hierbei aber auch das eine oder andere 'heiße Eisen' anpackt. Allerdings sollte man des Portugiesischen mächtig sein, um diese in Afonsos Muttersprache gesungenen Lieder zu verstehen. Viele der poetischen Songs stammen, neben den Afonso-Eigenkreationen, von renommierten Dichtern wie António Gedeão, Jorge de Sena, José Craveirinha und Al Berto. Die Themen sind vielfältig und drehen sich um den großen Hang nach Freiheit und Liebe genauso wie um unerfüllte Sehnsüchte und Ängste.
Betrachtet man das Album-Cover genauer, kommt darin bereits die musikalische wie textthematische Stimmung zum Tragen. Auf dem Weg zu den fernen Horizonten, der Freiheit entgegen und nicht behindert von widernatürlichen Dingen, die ihre krankhafte Vollendung in Technokratie und Digitalisierung suchen. Künstliche Intelligenzen und digitale Welten dürfen gerne auf anderen Alben gesucht werden, aber nicht auf „Todo Tempo“ von JOÃO AFONSO. Und das gilt 'Jederzeit', wie es der Album-Titel verrät.
Jederzeit umgarnt einen hierbei die zärtliche Stimme und Musik, wobei immer wieder verhalten ein breit gefächertes Instrumentarium eingesetzt wird, wie beispielsweise die fast weinerlich erscheinenden Trompete in dem ungeheuer bewegenden Album-Opener „Tempo de Poesia“.
Sucht man nach einer musikalischen und/oder textlichen Entsprechung bei dieser poetischen Musik, dann kommt einem in Deutschland am ehesten ein KONSTANTIN WECKER in den Sinn – auch wenn Afonsos Stimme deutlich höher und fragiler klingt, die Musik weltmusikalisch und folkloristisch noch etwas weiter geht. Viele klassische und traditionelle Instrumente tauchen auf „Todo Tempo“ immer wieder auf und sorgen für ein portugiesisches Flair, das einen regelrecht schon beim Hören zu Besuch in dieses Land einzuladen scheint. Vorausgesetzt man steht mehr auf Natürlichkeit und Einsamkeit als auf hektische Moderne und Massenkultur. Afonso bespaßt einen nicht, sondern umschmeichelt den Hörer mit seinen intimen Songs, die einen mal etwas traurig, dann wieder beschwingt und optimistisch zurücklassen oder sogar weltoffen mit Americana-Elementen sowie Mellotron in „Chuta P'ra Canto“ oder klassisch-balladesk mit Streichern in „Manga Verde“ umschmeicheln.
Mit Wasserrauschen und Flöte, die durch den Einstieg von Percussion und eifrigem Gesang in ein beschwingtes Tempo übergehen, endet das Album. Passt bestens zu „Todo Tempo“, denn gerade hier kommt zusätzlich zum Ausdruck, dass der in Mosambik geborene Musiker seine afrikanische Vergangenheit nicht vergessen hat oder verleugnet, sondern wohl gerade darum im Album-Finale auf deutliche und typische Rhythmen der afrikanischen Musikkultur setzt.
FAZIT: Ruhig und entspannend, aber auch freudvoll und beschwingt kommt das emotional rundum bewegende „Todo Tempo“ des portugiesischen Singer/Songwriters JOÃO AFONSO daher. Zärtlich streichelt der faszinierende, gefühlvoll Sänger einen mit seinen portugiesischen Texten und deutlich an der Tradition seines Landes orientierter Musik, die sich weit zwischen klassischen, folkloristischen, weltoffenen und modernen Klängen bewegt. Hier trifft Weltschmerz auf natürliche Schönheit und unendliche Hoffnung – und selbst, wenn man die Texte (nachzulesen im achtseitigem Text- und Foto-Booklet des wunderschönen LP-Mini-Gatefoldcovers) nicht versteht, fühlt man sie mit jedem Ton.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Tempo de Poesia
- Matope
- Chuta P'ra Canto
- Pernoitas em Mim
- Manga Verde
- Independencia
- Um Homem Nao Chora
- Folhas de Outono
- Nao digas a Ninguém
- Guardiao das Estrelas
- Sonhei-te
- Bass - Paulo Jorge Ferreira
- Gesang - João Afonso, Toninho Afonso, Sofia David
- Gitarre - João Afonso, António Pinto, Toninho Afonso, José Moz Carrapa, Miguel Fevereiro, Marta Pereira da Costa
- Keys - António Pinto
- Schlagzeug - Quiné Teles, Renato Silva Júnior
- Sonstige - Tomás Pimentel (Flügelhorn, Trompete), Tomás Marques (Tenorsaxophon), Ruben Luz (Posaune), José Manuel David (Trompete), Luis Sá Pessoa (Cello), Jon Luz (Cavaquinho), Rão Kyao (Flöte), Coura Voce (Coro), Quiné Teles, António Pinto (Percussion)
- Todo Tempo (2026) - 12/15 Punkten
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